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SCHWARZE FLOCKEN Schnee ist gefallen, lichtlos. Ein Mond ist es schon oder zwei, dass der Herbst unter mönchischer Kutte Botschaft brachte auch mir, ein Blatt aus ukrainischen Halden:
'Denk, dass es wintert auch hier, zum tausendstenmal nun im Land, wo der breiteste Strom fließt: Jaakobs himmlisches Blut, benedeiet von Äxten.. . O Eis von unirdischer Röte- es watet ihr Hetman mit allem Trog in die finsternden Sonnen.. . Kind, ach ein Tuch, mich zu hüllen darein, wenn es blinket von Helmen, wenn die Scholle, die rosige, birst, wenn schneeig stäubt das Gebein deines Vaters, unter den Hufen zerknirscht das Lied von der Zeder... Ein Tuch, ein Tüchlein nur schmal, dass ich wahre nun, da zu weinen du lernst, mir zur Seite die Enge der Welt, die nie grünt, mein Kind, deinem Kinde!'
Blutete, Mutter, der Herbst mir hinweg, brannte der Schnee mich: sucht ich mein Herz, dass es weine, fand ich den Hauch, ach des Sommers, war er wie du. Kam mir die Träne. Webt ich das Tüchlein.
ZWARTE VLOKKEN Sneeuw is gevallen, lichtloos. Eén maan her is het al of twee dat de herfst ook mij in monnikspij een tijding bracht, een blad uit Oekraïense heuvels:
'Bedenk dat het wintert ook hier, voor de duizendste keer nu in het land waar de breedste stroom vliedt: Jaäkobs hemelse bloed, gebenedijd door bijlen.. . ijs van onaardse roodheid - daar waadt haar hetman met heel z'n tros naar donkerende zonnen.. . kind, ach, een doek om me in te hullen als het blinkt van de helmen, wanneer de schol, de rozige, barst, als het gebeente van je vader sneeuwig verstuift, onder de hoeven vol wroeging het lied van de ceder... Een doek, een klein doekje maar, opdat ik nu, nu je leert huilen, voor mezelf bewaar het nauw van de wereld, die nooit groent, mijn kind, voor jouw kind!'
Bloedde, moeder, de herfst me maar weg, brandde de sneeuw me maar: zocht ik mijn hart maar, dat het huilt, vond ik de zucht maar, ach, van de zomer, was-ie als jij. Kwam me de traan. Weefde ik dat doekje.
Paul Celan (vert. T. Naaijkens)
Du merkst nicht Du spürst nicht dass der Schnee der Jahre in dein Haar fällt und merkst nicht wie die Sonne deinen Weg verbrennt
Im Licht schwimmst du hinaus ins Meer verstehst dich mit Delphinen und merkst nicht das das Wasser finster wird
Kommst zurück zur Erde die du liebst und merkst nicht dass sie weggewandert ist und du an ihrem Rand stehst
Du steigst hinauf zum schneebestirnten Gipfel bewunderst das Panorama unten das grüne Tal und merkst nicht dass ein Grab geschaufelt wird R. Ausländer
In Yoshino auch die Berge dunstverhangen wo weiger Schnee noch fiel, in der alten Heimat ist der Frühling gekommen.
Fujiwara Yoshitmne
Tief in den Bergen . weiß man noch nichts vom Frühling. An der Kieferntür langsam erst rinnen herab Perlen tauenden Schnees.
Prinzessin Shikishi So trüb ist alles. Im Heimatdorf noch immer im dicktiefen Schnee zeigt sich keines Fußes Spur: Und doch zog der Frühling ein.
Kunaikyö Tief in den Bergen noch immer kalt sein Leuchten der Mond des Frühlings. Wolkenbedeckt der Himmel und unaufhörlich fällt Schnee.
Echizen Der dicht gefallen, der Schnee auf hohen Gipfeln ist nun geschmolzen. Auf dem Kiyotaki-Flug schneeweiß des Wassers Wellen.
Der Mönch Saigyö
Beim ersten Schneefall heute morgen, auf den Freund hat es gewartet; das so einsame Bergdorf, im Schnee zur Abendstunde.
Der Mönch Jakuren Mein Pferd halt ich an, die Armel abzuschütteln kein Schutzdach gibt es. An der Fähre von Sano, beim Schnee zur Abenddämmrung.
Fujiwara Sada'ie Die Bucht von Tago besucht man und blickt hinaus: In leuchtendem Weiß des Fujis hoher Gipfel, wo noch und noch fällt der Schnee.
Yamabe Akanito In des Gartens Schnee der Füße Spur drückt' ich ein beim Hinausgehen. Hat ihn wohl jemand besucht? werden andre sich wundern.
Erzbischof Ji'en
über Bergpfade nahm er heut morgen den Weg, der Wanderer – auf seinem Hut weiß leuchtend häuft sich und häuft sich der Schnee.
Minamoto Tsunenobu Beide gemeinsam brachen wir auf ins Weite, unvergesslich bleibt's. über der Hauptstadt Berge der verblassende Frühmond.
Fujiwara Yoshitsune
Nur aus der Ferne möcht' ich ihn sehen, sonst nichts! In Kazuraki von des Takama-Berges Gipfel den weißen Schnee
Unbekannter Dichter
Weil der auf den Reif heut morgen gefallne Schnee Kühle verbreitet, so doppelt grausam nunmehr erscheint mir der Geliebte. Minamoto Shigeyuki
SCHNEEBETT Augen, weltblind, im Sterbegeklüft: Ich komm, Hartwuchs im Herzen. Ich komm.
Mondspiegel Steilwand. Hinab. (Atemgeflecktes Geleucht. Strichweise Blut. Wölkende Seele, noch einmal gestaltnah. Zehnfingerschatten - verklammert.)
Augen weltblind, Augen im Sterbegklüft, Augen Augen:
Das Schneebett unter uns beiden, das Schneebett. Kristall um Kristall, zeittief gegittert, wir fallen, wir fallen und liegen und fallen.
Und fallen: Wir waren. Wir sind. Wir sind ein Fleisch mit der Nacht. In den Gängen, den Gängen.
SNEEUWBED Ogen, wereldblind, in de sterfkrochten: ik kom, met verharding in het hart, ik kom.
Steile wand maanspiegel. Afdalen. (Met adem bevlekte schijnsels. Vegen bloed. Wolkende ziel, nog eens gestalte haast. Tienvingerschaduw - vastgeklampt.)
Ogen wereldblind, ogen in de sterfkrochten, ogen ogen:
het sneeuwbed onder ons beiden, het sneeuwbe. Kristal na kristal, met een tijddiep rooster, we vallen, we vallen en liggen en vallen.
En vallen: we waren. We zijn. We zijn één vlees met de nacht. In de gangen, de gangen.
Paul Celan (vert. T. Naaijkens)
SCHNEESTADT Da du, der Wandernacht nun überdrüssig, Vor der Laterne säumst im Schneegehetze, Wirds unter deiner Wimper golden flüssigBespannt der Schnee dein Licht mit seinem Netze?
Verirrt dein Sinn zu tief sich an die Teiche, Die aus den Jahren unterirdisch weinen Und Leides Spuk wie Linnen auf der Bleiche, Betreut von toten Fingern, widerscheinen?
Inzwischen wächst die silberschiere Wehe, In stummem Zauber wie versiebenfältigt. Du fliehst, wie wenn die Schwermut rings erstehe, Vom eigen en Gedanken überwältigt.
Aus Tiefem steigen auf die weißen Schanzen, Aus Unterwelten heben sich die Gassen Und fügen Trümmer, Wand um Wand, zum Ganzen Und ordnen lautlos steife Häusermassen.
Um Dach und Simse wuchert breiter Schimmel. Die Stadt ist tot, sie hat sich längst begeben. Verschneit dir unterm Fuße liegt ihr Himmel Mit seinem Sonnwendabend von soeben: Die Speichertürme waren rot geworden, Die Dohlen schwärmten mönchisch in die Luken, Als warte ein besessner Vogelorden Die Feueröfen, die ihr Opfer buken.
Nun scheint es manchmal aus dem Schnee zu flattern, Geflügelt sich den Weg herauf zu bahnen. Umsonst, es wächst die Unterwelt, es schnattern Auf weißer Einsamkeit die Eisenfahnen.
O. Loerke SCHWEBEND IM SCHNEE Wie mit langen sausenden Wurzeln hängt Sturm in der Nacht, Von ihnen trieft Schnee in großen Frachten. Die Stadt schläft inmitten, dennoch abseits, In ihren Fuchsburgschachten die Grubenlichter wachen.
Mein hörender Geist, dem unaufhörlichen Sausen lauschend, Führt mich und findet in ihm die monotone beschreitbare Fläche, Bannt mir die Wirbel des Schnees und ebnet sie weit hinaus Und winkt auf irdischem Fuße verbotene Ebne ambrosisch sommerndes Lächeln.
Meine Demut erblüht, sieh, auf dem Blumenplan, Der unter Schwerem einsinkt: eine grüne Nessel. o meine Demut, wir lebten einander vorüber, Wir haben uns nicht gewusst, uns vergessen.
Oh, nun ist nicht Zeit mehr zu lauschen, Wie sie jubeln im Julidonner: zwei Drosseln Meine Begeisterungen von einst, Aus diesen Augen früh und flüchtig ergossen!
Im Hochwald rinnt ein roter Bach: Sonne unter der Sonne - Meine Seele grübelt sich durch das Gestein, Nie hat sie sich meiner entsonnen.
Zuckender Schnee, Rasende Reise Des Himmels ins Weh, Irr engt sich das Weite. O. Loerke
Versöhnung Erst sah ich weiße Fahnen
Hilde
Domin
HEIMKEHR Schneefall, dichter und dichter, taubenfarben, wie gestern, Schneefall, als schliefst du auch jetzt noch.
Weithin gelagertes Weiss. Drüberhin, endlos, die Schlittensput des Verlornen.
Darunter, geborgen, stülpt sich empor, was den Augen so weh tut, Hügel um Hügel, unsichtbar.
THUISKOMST Sneeuwval, dichter en dichter, duifkleurig, net als gisteren, sneeuwval, alsof je nog steeds aan 't slapen was.
Wit dat zich ver uitstrekt. Daarop, eindeloos, het arrenspoor van het verlorene.
Daaronder, geborgen, stulpt zich omhoog wat de ogen zo pijn deed, heuvel na heuvel, onzichtbaar.
Paul Celan (vert. T. Naaijkens)
WINTERLIED Mir träumt', ich ruhte wieder Vor meines Vaters Haus Und schaute fröhlich nieder In's alte Tal hinaus, Die Luft mit lindem Spielen Ging durch das Frühlingslaub, Und Blüten-Flocken fielen Mir über Brust und Haupt.
Als ich erwacht, da schimmert Der Mond vom Waldesrand, Im falben Scheine flimmert Um mich ein fremdes Land, Und wie ich ringsher sehe: Die Flocken waren Eis, Die Gegend war vom Schneee, Mein Haar vom Alter weiß.
J. von Eichendorff
Schneepart, gebäumt, bis zuletzt, im Aufwind, vor den für immer entfernsten Hütten:
Flachträume schirken übers Geriffelte Eis;
die Wortschatten heraushaun, sie klaftern rings um den Krampen im Kolk.
Paul Celan
Sneeuwpartij, tegendraads, tot het laatst, oplevend, voor de voor altijd ontvensterde hutten:
platte dromen ketsen over het geribde ijs;
de woordschaduwen uithakken, ze opstapelen rond het houweel in de gletsermolen. Paul Celan (vert. T. Naaijkens)
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canandanann 26-08-2010
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